Angelarten & Angelgerät


An diesem Punkt scheiden sich die Meinungen und Vorlieben. Das tollste Erlebnis für mich persönlich ist es, den Biss von einem Lachs auf die Fliege in oder kurz unter der Oberfläche live zu sehen. Das Fliegenfischen ist zu bestimmten Jahreszeiten sicherlich sehr erfolgreich, auch übt die Fliege im Vergleich zum Blinker keine Scheuchwirkung auf die Fische aus. Gerade stehende Fische kann man damit erfolgreich befischen. An manchen Stellen (weite Distanzen) oder bei zu kaltem Wasser sind dann aber oft Köder wie Blinker oder Wobbler erfolgreicher. Viele Norweger fischen auch sehr erfolgreich mit dem Wurm, ich persönlich mache das vielleicht einmal alle 1-2 Jahre. Wenn man den Fang in den Vordergrund stellt, sollte man also sehr flexibel sein. Ich habe aber natürlich auch Verständnis für Puristen und Spezialisten, die ausschließlich mit der Fliege fangen wollen. Das ist möglich, aber wie gesagt nicht an allen Gewässern.


 

Angeln mit der Fliege:

 

Beim Angeln mit der Fliege hat man in vielen Gewässern ab Juli die besten Chancen. Ob man dabei mit der Einhandrute oder der Zweihandrute angelt, ist wieder persönliche Vorliebe. Die Zweihandrute hat sicherlich in vielen Situationen Vorteile, der Lachsdrill mit der Einhandrute ist aber einfach ein tolles Erlebnis. Ich persönlich fische am liebsten mit einer Einhandrute Klasse10-12.

Man sollte für kleine Flüsse oder Straumen, wenn keine Lachse über 5 kg zu erwarten sind eine 5er/6er Rute mit genügend Backing verwenden. Eine Schwimmschnur und ggf. eine Sinktip ist ausreichend, die Vorfachstärke sollte schon 0,25 bis 0,30 mm betragen.

Bei Gewässern, wo wir mit Fischen über 5 kg rechnen müssen, oder starker Strömung sollte man dann auf das stärkere Gerät der Klasse 10-12 wechseln. Wie gesagt je nach Vorliebe Einhand- oder Zweihandrute, Schwimmschnur und ggf. Sinktip und eine Vorfachstärke von 0,35 mm bis zu 0,45 mm. Auf die geeigneten KÖDER dazu gehe ich noch detaillierter ein.

 


 

Angeln mit Blinker und Wobbler:

 

Das Angeln mit Blinkern, Wobblern und „Flying Condom“ ist meist über die ganze Saison recht erfolgreich, oder an Stellen, an denen wir sehr weit werfen müssen.

 

An Flüssen und Straumen, an denen wir nicht mit Fischen über 5 kg rechnen, hat man mit leichterer Ausrüstung natürlich mehr Spaß und das Werfen ermüdet nicht so sehr. Da ist eine Blinkerrute mit 2,70 – 3 Meter und einem WG bis 30 oder bis 40 g (z. B. Meerforellenrute verschiedener Hersteller) eine gute Wahl. Die Rolle sollte aber auf alle Fälle 150-200 Meter 0,25 bis 0,30 mm Monofil Schnur fassen.

 

An Gewässern, an denen wir mit Fischen über 5-10 kg rechnen müssen, empfehle ich eine schwere Spinnrute mit 2,70 – 3,30 Meter und einem WG bis 80 Gr. oder bis 100 Gr. Die Rolle sollte dann mindestens 300 Meter 0,35 bis 0,40 mm Monofil Schnur fassen. Man kann an solchen Gewässern natürlich auch leichter Angeln, wird sich aber ärgern, wenn dann den „Fisch des Lebens verliert“. Wer es schon erlebt hat, wie ein Lachs > 10 kg an einer Stelle, an der man nicht folgen kann, 300 Meter in einem Rutsch von der Rolle gezogen hat, wird mich verstehen …

Auf die geeigneten KÖDER dazu gehe ich noch detaillierter ein.



Angeln mit Wurm:

 

Das Angeln mit Wurm kann an einigen Gewässern wirklich sehr gut sein. In Flüssen ohne große Hindernisse am Flussgrund und mit Kiesbänken (z. B. Namsen) wird erfolgreich mit „Tiroler Hölzl“ und am Nebenarm grundnah mit Wurm geangelt. In anderen Flüssen mit Steinblöcken ist das nicht möglich, da kann man dann entweder mit Schwimmer angeln, oder mit frei treibendem Wurm ohne Beschwerung. Für weite Distanzen kann man auch mit Sbirolino oder Wasserkugel angeln. Würmer kann man auch in Norwegen in Angelgeschäften kaufen.

 

Das Gerät gilt das Gleiche wie beim Spinnfischen, daher kann man auch mit diesen Ruten fischen, bei Bedarf ggf. eine Extrarute, die noch über 3,30 Meter lang ist.