straumen


Straumen sind eine weitere Besonderheit in der Region. Sie sind Engstellen zwischen Meer und Fjord oder zwischen zwei Fjord-Abschnitten. Die Straumen können von der Größe stark variieren, von 10 Meter bis 50 Meter Breite oder mehr. Meist beangeln wir Straumen zwischen 10 und 30 Meter Breite. Es gibt einige Straumen, an denen man fast nur Meerforellen fängt und an anderen Straumen fängt man fast nur Lachse. Warum es die Lachse dort hinzieht, kann man nur raten. Einige Straumen sind in der Nähe von Lachsflüssen und die Fische kommen dort vorbei, oder sie schwimmen bei Niedrigwasser nicht in die Flüsse, sondern warten dort und schwimmen herum. Wir fischen aber auch an einigen Stellen, wo es weit und breit keinen Lachsfluss gibt. Einige Lachse die man fängt, sind auch nicht laichbereite Fische, die dort fressen. Wir kennen ca. 10 - 15 „fängige“ Straumen, es gibt in dieser Region sicherlich 50 oder mehr.


Die Herausforderung ist es, dort zur richtigen Zeit zu sein. Sowohl die Jahreszeit (an einigen Straumen fängt man nur im Juli / August), als auch die richtige Tageszeit und Tidenhöhe. An einigen Straumen fängt man nur bei niedrigen Tiden und ablaufendem Wasser, an anderen nur bei auflaufendem Wasser und hoher Tide. Es gibt Straumen, die in einem Jahr absolut schlecht sind und wo man keinen Fisch sieht und fängt, die im Folgejahr aber wieder top sind. Diese Angelstellen sind sicherlich schwieriger zu „verstehen“ als ein typischer Lachsfluss.

 

Das tolle an diesen Stellen ist, dass dort selten oder nie Angler anzutreffen sind und man an einigen Straumen wirklich auch Lachse deutlich über 10 kg fangen kann. Das Durchschnittsgewicht ist also nicht niedriger als in den Flüssen, auch die Anzahl der Fische im Verhältnis zur Anzahl der Angelzeit ist wirklich so gut wie im Fluss, manchmal auch besser. Zu sogenannten Sternstunden haben ein Freund und ich schon einmal 5 bzw. 6 Lachse innerhalb von 2 - 3 Stunden an einem Straumen fangen können, Schneidertage gibt es natürlich auch. An den Straumen benötigt man keine Tageskarte, nur die staatliche Jahreslizenz auf Lachs.


Der einzige Nachteil ist, dass man bei vielen Straumen oft nur ein kleines Zeitfenster hat, während dessen man gute Chancen hat. Manchmal ist es wirklich nur 2 - 3 Stunden richtig gut. Im Fluss kann man längere Zeit durchangeln. Daher fahren wir oft ein wenig herum und versuchen, zur jeweils besten Zeit an dem jeweiligen Straumen zu sein.

 

Die Gerätewahl ist bei jedem Straumen unterschiedlich und auch wie immer von der zu erwartenden Fischgröße abhängig, aber auch davon, ob man einem Fisch gut folgen kann. An einigen Straumen fischen wir mit leichtem Gerät, an anderen mit schwerem Gerät. Auch ist die Köderwahl vergleichbar mit denen der kleinen Flüsse, also das ganze Spektrum von Fliege, Blinker, Wobbler oder auch Wurm. Auch kann man es bei breiteren Straumen mit dem Sbirolino mit Fliege, oder Fischfetzen/Sandaal probieren.

 

An einigen Straumen kann man als „Beifang“ manchmal auch die gesamte Palette von Meeresfischen an den Haken bekommen. Meist Dorsch, Seelachs und Pollack, es kann aber auch ein großer Platter zuschnappen.

 

Zusammen gefaßt sind die Straumen mit den kleinen Flüssen meine persönlichen Favoriten mit einer großen Fangaussicht und wenig Anglern, denen man begegnet.